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JW180Am 20. März 2010 holten wir zwei Fahrzeuge vom Gelände der Ölmühle in Bruck ab. Schon etliche Jahre waren wir Eigentümer einer JW 180 26T ex Zuckerfabrik und der berühmten „NICHT-2060“ ex Lager und Kühlhaus Wien. Nachdem letztere auf einmal, ohne unser Wissen, nach Linz zu Logserv als Ersatzteilspender verschwand, musste etwas geschehen.

Der Abtransport scheiterte bisher immer wieder am Geld, am Platz, oder einfach weil sie unzugänglich abgestellt waren.

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Dabei ist es um die Kühlhaus-Lok wirklich schade! Sie entstammte der 2060-Serie für die ÖBB, ohne jemals bei diesen gelaufen zu sein. (Angeblich war sogar schon eine Nummer vergeben.) Etwas Originaleres gab es nicht mehr! Abgesehen von den Roststellen war sogar der Lack noch von der Auslieferung. Leider wurde das von der handelnden Person außerhalb unseres Einflussbereiches nicht erkannt. Aber das ist das Problem heutzutage. Authentizität ist nicht gefragt, da wird etwas grün angemalt und mit ein paar Chromstreifen glaubt man schon etwas Museales geschaffen zu haben. Pardon, es geht ja um nostalgische Fotos.

Turmöl KesselwagenDafür konnten wir für Schwechat von der Firma BUNDE einen Kesselwagen Baujahr 1961 übernehmen. Nach anfänglicher Skepsis stellte er sich als kleines Juwel heraus. Mit der Nummer 1770 bei den Raxwerken für die Firma Turmöl gebaut, zeigt er viele Merkmale, die für die Produktion in Wr. Neustadt typisch sind. Die Tenderproduktion für Kriegslokomotiven lässt grüßen. Tanja ist aufgefallen, dass Fabriknummer und Baujahr nicht so ganz zusammenpassen. Denkbar wäre, dass es sich um einen Vorratsbau handelt. Sehr original ist die Turmöl-Lackierung. Unsere verkappte Kommunistin bekam glasige Augen. Na ja, jedenfalls konnten wir wieder ein Stück Industriegeschichte, in mehrfacher Hinsicht, sicherstellen.

Die JW 180 ist vorerst als Ersatzteilspender für die in Schwechat in Betrieb befindliche Schwesterlok ex Zipf vorgesehen. Eine Woche vor dem Abtransport hat auch hier jemand noch rasch Teile brauchen können. Nachdem es sich um ganz spezifische Stücke handelt, ist der Täterkreis überschaubar. Das erinnert stark an die seinerzeitige Situation mit der 1072.05. Vierzehn Tage bevor sie nach Schwechat ging, wurden Teile im Maschinenraum kaputt geschlagen oder ausgebaut.

Weitere Bilder finden Sie in unserer Galerie bzw. unter diesem Link.

Text und Fotos: Franz Kamper